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Generation Lost Fo. 145

Generation Lost - Trash TV 

 

Meine Lieben Zuhörenden. Heute habe ich ein Thema herausgesucht, welches ich schon lange vermutet habe, dass wir an diesem Punkt kommen werden, dass ich es zwangsläufig behandeln werden muss.. 

 

Es handelt sich dabei um eine ganze Sippe jener TV-Generationenpeople, die an einem Punkt angekommen ist, die ich heuer als „Lost Souls of Reality“ bezeichnen mag. 

Ich spreche hier von Menschen des so genannten „Trash TV“- Entertainment. 

 

Jene Art Sendungen, - dass wissen meine aufmerksam Zuhörenden mittlerweile - , die ich mir schon seit sehr, sehr langer Zeit äußerst gerne ansehe. Denn bessere Sozialstudien des menschlichen Miteinanders gibt es wahrlich nicht für lau zu betrachten. 

 

Früher, noch durch den die Bachelor/-ette eher im harmlosen zwischenmenschlichen Genre unterwegs, gibt es heute einen ganzen Pulk an Sendungen, die ganz bewusst darauf setzen, das Thema „Trash“ bis ins Letzte auszureizen.  

 

In diesen Formaten werden „Menschen“ oder soll ich besser sagen die „TV-Versuchskaninchen“ bewusst mit Alkohol und dem anderen Geschlecht „versorgt“, mit dem ständigen Ziel, krasse Interaktionen auszulösen.

Also Peinliches, Lautes, Emotionales, bis hin zum Geheule und der Selbstaufgabe. 

 

Dieses immer gleiche Personengruppchen (früher nannte man diese mal Z-Promis), die sich diesem Genre regelmäßig verschrieben haben und von einer Sendung zur anderen tingeln, begleite ich jetzt schon eine ganze Zeit mit. 

Die Gesichter sind also immer die gleichen und mir sehr wohl bekannt. Und daher das Blog Thema. 

 

Und jetzt aktuell erlebe ich in der Sendung „Match my Ex“, das erste Mal so richtig denjenigen Effekt, den viele noch von den Zweitausendern her kennen - und den ich liebevoll das „Arschgeweih“-Syndrom nenne. 

 

Sie erinnern sich noch an dieses Tribal-Symbol über dem Allerwertesten? Das Markenzeichen einer heute gealterten Generation, die keine knackigen 20 mehr, sondern deutlich Ü30 oder 40 Jahre alt geworden sind - deren Hautbild für ein solches Dauer-Mal nicht mehr so hübsch anzuschauen ist und wo dieses Symbol der Jugend mitunter ein wenig lächerlich wirken kann und gerne mal verdeckt wird durch T-Shirt oder Top, wo es doch damals so stolz präsentiert wurde. 

 

Und das geht des Protagonisten der Stunde 1 des Trash TV jetzt ähnlich.  

Während das Tattoo eben zumindest mit normaler Kleidung bedeckt werden kann, - also, wenn der Träger*in das Gefühl hat , hier bin ich nicht mehr so ganz richtig mit meinem „arschigen“ Aussehen, geht das mit deiner ´TV-Seele´ nicht ganz so leicht vonstatten.

 

Während ein Tattoo also a) bedeckt werden kann oder b) sogar entfernt werden kann, können Trash TV People ihre Vergangenheit schwerlich rückgängig machen oder gar ganz entfernen. Denn das TV vergisst nicht – ähnlich dem Internet.  

 

Diese dort in den Sendungen wie „Match my ex, ex on the Beach, Are You the One, Temptation Island und wie sie alle heißen, „ schauspielernden Personen´ merkt man jetzt, gute 5-10 Jahre später ihrer Karriere an, dass sich ihre Persönlichkeit deutlich verändert haben. Und nicht positiv. 

Provokant fragen jetzt einige Hörer ironisch - welche Persönlichkeit, mein Bester? 

Ist doch eh alles geskriptet. Wovon spricht der? 

 

Ja, das mit dem Skrip kann sein. Und nein, wir wollen an dieser Stelle nicht beleidigend werden, liebe Freunde. Auch diese Menschen haben eine kleine Seele, die verletzlich ist. 

Und richtig - ich spreche selbstredend nicht von einer für mich tollen und faszinierend Persönlichkeit, dieser Menschen, die großes geleistet haben und die eines Tages den Nobelpreis gewinnen werden. Trotzdem. 

Als solcher „Trash TV – Versuchs-Objekt-Mensch“ bin an einem Punkt angekommen, der meine Seele nicht mehr (wirklich) gesunden lässt? 

Habe ich durch all diese Formate nicht meinen „Rest“ an Persönlichkeit, nicht meine Jugend, meinen Körper im Fernsehen quasi an die Menschheit mit Unterzeichnung des Trash-Vertrages verkauft? Bin jetzt nach Staffeln 10 nicht ausgelaugt ? - in jeder Hinsicht. 

 

Deshalb, weil mich ein jeder, den diese Sendung interessiert (=Millionen Deutsche), in den extremsten Situationen gesehen haben. 

Und jetzt mal ´real talk´: entweder wild knutschend mit jedem Jungen oder Mädchen der Location - Schmusend in irgendeiner Traumvilla. Duschend. Im Whirlpool mit nix an. Sexy undressed Sport machend im Bikini. Und wild fummelnd mit fremden Menschen, die ich gerade erst kennen gelernt habe und, die ähnlich wie beim Partnertausch, einmal in der ganzen Trash TV Villa herumgereicht werden bis sie wieder bei mir landen – und ich das genauso gemacht habe? 

Um dann - schwupp die wupp - in die nächste Staffel zu wechseln und dort das gleiche Spiel von vorne losgehen zu lassen. Alle (!) Spiele, wenn Sie verstehen, was ich meine. 

 

Was am Anfang dem Zuschauer noch irgendwie lustig und sexy und neu erscheint und diesen Protagonisten bestimmt genauso ergangen ist, dass sie sich gefreut haben, „hier dabei zu sein“ und auch noch für Geld Party, Alkohol und Drogen zu bekommen, spiegelt sich jetzt in den Seelen in den Ausdruckslosigkeit wieder. 

 

Diese Menschen erscheinen mir aktuell wirklich als kaputt. Man sieht in Augen keine rechte Lebensfreude mehr. Null! Alle Extreme sind gelebt. Es gibt nichts mehr an freudigen Überraschungen, die noch ein Lächeln in die Gesichter zaubern können. 

Am extremsten sieht man es bei Sandra  als würde eine Puppe nur noch funktionieren. Anwesenheit ohne Inhalt. Der Stecker ist gezogen. Ja, ich bin da, aber nicht hier. 

 

Alle extremen Dinge, die jetzt noch in diesen Sündenpfuhl Villas passieren, prallen jetzt fast teilnahmslos und reaktionsfrei an diesen TV ausgelaugten Menschen ab. 

Emotionen und Re-aktionen sind schon auf „Null“ gestellt. 

Spaß, Leidenschaft, Begeisterung - alles erscheint optisch schon kaputt - wie „Stecker gezogen“ … 

 

Das ist leider langsam echt traurig mit anzuschauen. Zeigt aber auch klar auf, dass man nicht ungestraft sein Leben komplett „on the edge“ leben kann, ohne „am Ende“ eine Quittung dafür zu bekommen. Und Ende heißt in diesem Fall Lebensalter Ende 20, Anfang Dreißig! 

 

Natürlich habe ich als Teilnehmer solcher Formate Geld damit verdient. Natürlich habe ich viel Spaß gehabt, natürlich hatte ich ´ne geile Party Zeit und schöne und freundliche Sexualpartner Erfahrungen. 

 

Dass das am Ende des Tages aber die Seele  n i c h t  berühren soll, oder man denkt, man könne alle Dinge ohne weiteres abstreifen, am Ende des Drehs, ist ähnlich dem Effekt, sich den ganzen Tag in die pralle Sonne zu legen und zu denken, dass es der Haut schon wohl nicht schaden wird. Denn Sonnenlicht ist ja lebensnotwendig. 

 

 

Und diese Menschen haben irgendwann verpasst, die richtige Dosis einzunehmen und an der richtigen Stelle das Medikament TV abzusetzen und aufzuhören (warum das aber nicht geht hören sie in einem meiner nächsten Blogs „Sucht nach Sozialisierung“). 

 

Fazit: 

Schade für diese Menschen - gut für uns! Denn hier warnen wenige den Rest der Menschheit vor den Nebenwirkungen dieses Lebens auf der Trash Überholspur … .