Deutsche Bahn
Oh, du Deutsche Bahn, was ist aus dir geworden? Ich mache mir, als ´User´ deines Angebots, doch etwas Sorgen…
So, oder so ähnlich könnte ein wunderbares, melancholisches Gedicht starten …
Tut es aber nicht, meine lieben Zuhörenden. Sry! Denn ich werde an diese Institution keine wertvolle Kreativität verschwenden - außer, diese kleine Beschwerde über meinen Blog loszuwerden. Nein, keine Angst es handelt sich dabei nicht um einen Abgesang auf die Bahn AG .
Liebe Zuhörer*innen,
die Frage „Was ist aus dir geworden?“ ist natürlich rein rhetorisch gemeint, weil die Antwort bereits ein jeder kennt, der dieses Fortbewegungsmittel regelmäßig nutzt.
Also, ich spreche von dem Momentum, wenn sie genutzt werden kann. Oder, wie seht ihr das? Schon mal mit der Bahn Kummer gehabt? Hand aufs Herz!
Wenn nein, dann sind Sie wahrlich nicht von dieser Öffi-Welt oder leben im Schienen-Nah und Fernverkehr Paradies.
Glückwunsch!
Habe ich mich noch vor einigen Monaten mit meinem ersten Blog über das ´9 Euro Bahnticket´ lustig gemacht, - also welche Dinge damit verbunden waren, den täglichen Verkehr zu einer Katastrophe werden zu lassen, so bin ich jetzt noch mehr der Meinung, dass ich sich die Bahn komplett mit ihren Nutzer*innen überworfen hat.
Und das liegt bitte nicht mehr am Deutschlandticket, welches man damals sogar noch einsetzen konnte, weil die Bahnen da immerhin noch fuhren … !
Nein, was die Bahn in letzter Zeit mit uns als Passagieren betreibt, grenzt wirklich an eine ernsthafte Zumutung. Zum Teil schon an Nötigung, wie ich finde.
Warum ist das so?
Nun, ich bin ein Mensch, der schon auf seine Umwelt Acht gibt. Das scheint die Bahn AG aber nicht wirklich zu jucken. Konkret – ich fahre mit der Bahn, wann immer ich kann und lasse
mein Auto stehen, wann immer es mir möglich ist, weil es eben diese Alternative gibt. Doch mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, der mir beim Warten an den zum Teil
sehr überfüllten Bahnsteigen, die Plaque ins Gesicht treibt. Und das aus mehreren Gründen:
… die da sind:
1. Sauberkeit, fehlende
2. Rauchen – in den verschiedensten Varianten
3. Verspätungen
4. Durchsagen (fehlende oder übermäßige – stellen sie das Rauchen ein)
5. Schienenersatzverkehr.
Punkt eins:
Sauberkeit.
Wer an deutschen Bahnhöfen rumsteht, fragt sich bisweilen ernsthaft, ob man nicht einen Panorama Ausflug an eine Müllhalde gebucht hat? Und zwar immer dann, wenn man den Blick am Bahnsteig senkt und sich mal das Gleisbett genauer betrachtet.
Denn hier kommen ausgebildete Müllmann*innen ernsthaft ins Schwärmen.
Warum?
Lobend kann man erwähnen, dass die Trennung von Müll an(!) oder muss ich sagen, in den Gleisen, vorbildlich ist
Der Müll liegt nämlich in der Art getrennt an den Schienen, dass sich die schwereren Gegenstände aus meiner Perspektive gesehen hinter dem von mir weitest entfernten Strang, die mittelschweren
zwischen selbigen und die leicht schnippbareren Gegenstände z.B. Kippen oder lustige Pappschnitzel. vor dem ersten Gleisstrang befinden.
Die Trennung des Mülls bei der Bahn AG vollzieht sich also vorbildlich im Gleisbett und natürlich auch auf dem Bahnsteig. Hier allerdings bedingt durch Wind und
Bewegung der Massen allerdings nicht so vorbildlich voneinander getrennt.
Das haben wir also geschafft. Der Bahnreisende, wenn dieser schon Müll verursacht, macht sich wenigstens Gedanken, auf welche Art und Weise er den Unrat ins Gleisbett wirft.
Kritiker könnten jetzt sagen: Aber lieber Blogender, jetzt mal halblang.
Müll ist immer da und das könnte doch nun wirklich immer aktueller Müll sein, den du dort vorfindest und die Bahn kommt eben nicht hinterher, das ständig und beständig zu entsorgen.
Ja, ein mitunter berechtigter Einwand.
Dagegen spricht aber, dass der Farbbleichungsgrad der Dosen, Deckel und Verpackungen eher den Eindruck vermittelt, als würde dieser schon seit Monden dort verweilen. Auch die gelben Zigarettenkippen, haben dort, der Optik nach zu urteilen, schon mehrere Winter und Sommer überstanden.
Aber wie gesagt, der Müll wurde für alle sichtbar getrennt, immerhin.
Toll, oder? Die Botschaft des Klimaschutzes ist scheinbar in den Köpfen Reisender angekommen.
Kann und darf ich also die Bahn überhaupt dafür verurteilen?
Nicht wirklich, sagen Sie zurecht! Denn den Schmutz machen immer noch die Passagiere, und da diese sich mit der Trennung redlich mühen, soll der Erfolg auch für alle
sichtber in den Gleisen als gutes Vorbild verbleiben.
Doch warum liegt der Müll dort, fragt der Hobby Sherlock – wo ist die Ursache dessen begründet? Es gibt doch so was wie Mülleimer.
Mögliche Antworten sind:
Langweile der Wartenden - weil die Züge nicht kommen? Also, reiner Zeitvertreib mit Müll Kicking? Oder vielleicht stiller Ausdruck eines wütenden Protests? Oder Hinterlassen eines Umwelt- Fussabdrucks, den ich mir leisten kann. Quasi das kleine Emssions-handelszertifikat, das mich berechtigt, hier über die ´Stränge´ zu
schlagen, da ich das böse Auto ja nicht benutzt habe und damit wieder meine Umweltbilanz hier harsch, aber berechtigt ausgleiche?
Doch, auch wenn dem alles so wäre - sozial ist das wahrlich alles nicht!
Und damit sind wir gleich beim nächsten unangenehmen Punkt.
Es sind die Mitreisenden selbst, die alles noch schlimmer machen. Mülltrennung klappt zwar irgendwie, aber viele verstehen einfach nicht, dass ein weiteres soziales Miteinander auf dem
Warte-Steig wichtig ist. Da sind wir auch gleich beim 2.ten Thema
Rauchen.
Bitte halten Sie sich jetzt kurz an der Stuhllehne fest:
In Deutschland haben wir ´Nichtraucherbahnhhöfe!´. Ach, das wussten Sie nicht? Oder wie muss ich ihr schallendes Lachen grade interpretieren?
Alles gut! Sie können es nicht besser wissen. Denn aus den Katakomben der Bahnhöfe auf die Gleise hinaufsteigend könnte man wahrlich beim Anblick des Bahnsteigs denken, das Bahn-Kriegsbeil sei ausgegraben worden - und die verschiedenen Stämme der Pendler müssten sich durch aktive Rauchzeichen ständigst miteinander verständigen.
Leute. Es ist mittlerweile extrem und jetzt bitte aufgemerkt. Auch ein Vaporizer ist keine legale Option mit dem ´Dampf des Todes´ anderen Fahrgästen auf die Lunge zu gehen – und nur, weil da nicht ´Zigarette´ auf der Packung steht oder der Hinweis, Dampfen lässt ihr Augenlicht erblinden bleibt es unschön und belästigend.
Dampfen, liebe Leute, darf allenfalls der Zug.
Hm. Ach ja, der kommt ja nicht. Touché.
Appel:
Bitte raucht doch da, wo keiner belästigt wird. Es ist unangenehm für diejenigen, die sich keine Vergiftung der Lunge einfangen wollen. Und es nervt einfach.
Und wenn die Rauchenden jetzt sagen: Pöh! Dein Problem! Dann stellt euch bitte mal vor, dass es ungefähr für euch genauso anfühlen würde, wie mit jemandem im Fahrstuhl stecken zu bleiben, der ´ne Tonne Knoblauch gefrühstückt hat. Das ist zwar nicht tödlich, aber auch schon unangenehm genug, oder?
Drittens: Verspätungen
… sind nicht cool. Verspätungen nerven. Und jetzt kommt zu den Delays noch hinzu, dass die Bahn überhaupt nicht mehr fährt.
Konnte man sich früher also noch auf Verspätungen „verlassen“, so ist man heute verlassen, wenn man des Nachts an irgendeinem Bahnsteig steht, drei Züge noch in der Option stehen zu kommen und davon alle(!) gänzlich ausfallen.
Ohne Ersatz natürlich und ohne Nachricht am Gleis und ohne wirkliche Alternative. Da hilft auch keine Echtzeit App mehr, die einem dann ´in Echtzeit´ genau 1 Minute vorher anzeigt, dass die Bahn ausfällt. Das ist nicht die Art von Digitalisierung 4.0 von der alle sprechen, oder?
Und welcher arme Wurm weiß dann nicht mehr, wie er nach Hause kommt? Richtig! Der Steuerzahler, der darüber hinaus auch noch jede Menge Geld dafür ausgibt, ein Ticket zu besitzen, was ihn in die Lage versetzen sollte, umweltfreundlich von A nach B zu kommen.
4. Durchsagen
Jetzt mal ganz ehrlich. Es wäre schön, wenn es welche gäbe.
Und jetzt betrachten wir mal das Extrem. Während man im Kölner HBF von allen Seiten permanent mit schallenden Lautsprecher Ansagen nur so zugedröhnt wird, dass man vor lauter Überschneidungen der Durchsagen, gar keine mehr versteht, schweigt die Technik an allen anderen Bahnhöfen rund um Köln.
Hier also auf irgendeine Fahrplanänderung hingewiesen zu werden kommt außerhalb der HBF nicht vor. Dieses System für weitere sinnvolle Durchsagen zu nutzen, also z.B. die Raucher aufzufordern, die Kippen auszumachen und Rücksicht auf Mitreisende zu nehmen, findet nicht statt. Schade. Da lobe ich mir doch fast die eindringlichen Kommentare an Flughäfen. Für die Bahn könnte es lauten:
„Don´ t leave se Gesundheit von anderen Passengern unattemptet“ – oder so ähnlich.
Und als ich letztes mit dem Schienenersatzverkehr Bus durch die Nacht brauste und damit sind wir bei Punkt 5 angelangt und der mich nicht verstehende und einer auf mir nicht bekannten Sprache stammelnde Fahrer an irgendeinem Zubringerbahn rausließ und dort auf den Displays stand – alle weiteren Züge fallen aus … kam mir ein Gedanke.
Die Bahn könnte doch Plastik-Beutel an den Gleisen aushängen. Mit denen wären die nächtlich gestrandeten Passagiere in der Lage, bis zum Besteigen der im ersten fahrenden Bahn im Morgengrauen, noch schnell den Müll einzusammeln. Dann hätten alle was davon.
Fazit:
Ich habe mir geschworen, dass ich keine Bahn mehr benutzen werde, wenn ich wichtige Termine habe, die ich einhalten muss.
Ich werde keine Bahn mehr benutzen, wenn ich Freizeitaktivitäten habe, die über den Zeitpunkt von 22:00 Uhr abends hinausgehen. Denn dann ist man echt lost.
Und sonst?
Die Qualität in den Zügen, um die Züge herum ist also nicht mehr förderlich für mein Gemüt. Ich fühle mich weder wohl - noch sicher. Denn oft ist keine Security an Bord – und manchmal so viel, dass ich mich frage, ob ich gerade ein Festival besuche oder einfach ein bisschen Bahn fahre?
Etwas ausgewogenes dazwischen wäre gut.
Bahn oh Bahn, was ist aus dir geworden. Überall das Gleiche, ob im Westen Osten oder Norden.
Mist, jetzt habe ich doch noch gereimt. Sry.